Angeschnittener saftiger Zucchinikuchen mit Zitronenguss

Saftiger Zucchinikuchen

Zucchinikuchen ist die eleganteste Art, eine Zucchinischwemme loszuwerden: Die fein geraspelte Zucchini schmeckt man nicht heraus, sie macht den Kuchen nur bemerkenswert saftig. Dieses Rezept für die Kastenform kommt mit Öl statt Butter aus und ist in 20 Minuten angerührt.

Die meistgestellte Frage zu diesem Kuchen lautet: Muss man die Zucchini ausdrücken? Die Antwort hängt vom Rezept ab, und genau das erklärt kaum jemand. Bei einem ölbasierten Teig wie diesem ist die Zucchiniflüssigkeit fest eingeplant – ausdrücken würde ihn trocken machen.

Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: die Feinheit der Raspel und die Ofeneinstellung. Fein geraspelt verschwindet die Zucchini vollständig im Teig, und 180 °C Ober- und Unterhitze geben dem feuchten Kern genug Zeit, wirklich durchzubacken.

Zucchinikuchen auf einen Blick

Vorbereitungszeit 20 Minuten
Backzeit 50 bis 60 Minuten
Auskühlzeit mindestens 1 Stunde
Gesamtzeit ca. 1 Stunde 15 Minuten aktiv
Portionen ca. 14 Scheiben
Schwierigkeit Einfach
Küche Deutsch
Kategorie Kuchen

Zutaten

Für den Teig, Kastenform 25 bis 30 cm

  • 300 g Zucchini, fein geraspelt, mit Schale
  • 325 g Weizenmehl Type 405
  • 125 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 125 ml neutrales Öl, zum Beispiel Raps- oder Sonnenblumenöl
  • 3 Eier, Größe M
  • Abrieb und Saft von 1 Bio-Zitrone
  • 1 Prise Salz
  • Butter und Mehl für die Form

Für den Zuckerguss, optional

  • 120 g Puderzucker
  • 2 bis 3 EL Zitronensaft
Fein raspeln macht den Unterschied: Die Zucchini muss fein gerieben werden, sonst bleiben erkennbare Gemüsestreifen im Kuchen. Auf einem großzügigen Stirnholz-Schneidebrett hat die Reibe festen Stand, die Raspel bleiben beisammen und lassen sich sauber in die Schüssel schieben – statt auf der Arbeitsplatte zu landen.
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Zucchinikuchen Schritt für Schritt backen

1. Ofen vorheizen und Form vorbereiten

Den Backofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze oder 160 °C Umluft vorheizen.

Eine Kastenform von 25 bis 30 Zentimetern Länge einfetten und mit Mehl ausstauben oder mit Backpapier auslegen.

Umluft bei 180 °C wäre hier zu heiß: Der Kuchen bräunt dann außen, bevor die feuchte Mitte durchgebacken ist.

2. Zucchini fein raspeln

Die Zucchini waschen, trocken reiben und die Enden abschneiden. Nicht schälen, die Schale sorgt später nur für feine grüne Sprenkel.

Die Zucchini auf der mittleren bis feinen Seite einer Reibe raspeln. Grobe Raspel bleiben als erkennbare, wässrige Gemüsestreifen im fertigen Kuchen.

Bei sehr großen, überreifen Zucchini vorher das weiche Kerngehäuse entfernen. Es ist besonders wässrig und bringt kaum Substanz.

3. Raspel nicht ausdrücken

Die geraspelte Zucchini kommt bei diesem ölbasierten Teig ungepresst in die Schüssel.

Ihre Flüssigkeit ist Teil der Rezeptur und ersetzt Milch oder Buttermilch. Wer sie ausdrückt, bekommt einen deutlich trockeneren Kuchen.

Nur wenn die Raspel sichtbar in einer Pfütze liegen, das überschüssige Wasser abgießen, ohne zu pressen.

4. Eier, Zucker und Öl aufschlagen

Eier, Zucker, Vanillezucker und die Prise Salz in einer großen Schüssel mit dem Handrührgerät etwa drei Minuten hell und schaumig aufschlagen.

Das Öl in einem dünnen Strahl unterrühren, bis eine gleichmäßige Masse entsteht.

Zitronenabrieb und Zitronensaft zugeben. Die Zitrone ist nicht nur Geschmack, sie überdeckt zuverlässig jede Gemüsenote.

5. Mehl und Zucchini unterheben

Mehl und Backpulver mischen und über die Eimasse sieben.

Zusammen mit den Zucchiniraspeln nur so lange unterrühren, bis kein Mehl mehr zu sehen ist.

Nicht länger rühren als nötig. Zu langes Rühren entwickelt Kleber im Mehl und macht den Kuchen zäh statt locker.

6. Backen und Stiel probe machen

Den Teig in die vorbereitete Form füllen und glatt streichen. Die Form auf die mittlere Schiene stellen.

Etwa 50 bis 60 Minuten backen. Die Spanne ist groß, weil der Wassergehalt der Zucchini schwankt.

Ab Minute 45 die Stäbchenprobe machen: Ein Holzstäbchen in die Mitte stecken, es sollte ohne feuchten Teig herauskommen.

Bräunt die Oberfläche nach etwa 40 Minuten zu stark, den Kuchen locker mit Alufolie abdecken.

7. Auskühlen lassen und glasieren

Den Kuchen 10 bis 15 Minuten in der Form ruhen lassen, dann auf ein Gitter stürzen.

Vollständig auskühlen lassen, mindestens eine Stunde. Auf einem noch warmen Kuchen läuft jede Glasur einfach ab.

Für den Guss Puderzucker mit Zitronensaft glatt rühren, bis er zähflüssig vom Löffel läuft, und über den kalten Kuchen gießen.

Saubere Scheiben ohne Krümelrand: Ein saftiger Kuchen mit hohem Feuchtigkeitsanteil zerdrückt sich unter einer stumpfen Klinge, statt sich schneiden zu lassen. Mit einem scharfen Küchenmesser aus Solingen und einem einzigen ziehenden Schnitt pro Scheibe bleibt der Zuckerguss ganz und die Schnittfläche glatt.
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Warum wird Zucchinikuchen so saftig?

Zucchini besteht zu über 90 Prozent aus Wasser. In einem Kuchen ist genau das der Vorteil: Die Raspel geben ihre Feuchtigkeit langsam an den Teig ab und halten ihn tagelang saftig.

Hier liegt auch die Antwort auf die Streitfrage, ob man die Zucchini ausdrücken muss. Sie hängt vom Fettanteil des Rezepts ab.

Bei einem ölbasierten Teig wie diesem ist die Zucchiniflüssigkeit als Flüssigkeitsquelle eingeplant. Es kommt weder Milch noch Buttermilch dazu. Ausgedrückte Raspel machen den Kuchen dann trocken.

Bei butterreichen Teigen, die zusätzlich Milch oder Joghurt enthalten, ist es umgekehrt: Dort kommt zu viel Flüssigkeit zusammen, und die Zucchini sollte leicht ausgedrückt werden. Wer beides vermischt, bekommt einen speckigen, nicht durchgebackenen Kern.

Öl hat gegenüber Butter noch einen zweiten Vorteil. Es bleibt bei Raumtemperatur flüssig, während Butter fest wird. Deshalb wirken ölbasierte Kuchen auch am dritten Tag noch weich, wo Butterkuchen bereits fest ist.

Die niedrige Ofentemperatur ist der letzte Baustein. 180 °C Ober- und Unterhitze geben dem feuchten Teig genug Zeit, in der Mitte durchzugaren, bevor die Kruste zu dunkel wird.

Gelingtipps für Zucchinikuchen

Fein raspeln: Mittlere bis feine Reibe. Grobe Raspel bleiben als Gemüsestreifen sichtbar und sind genau das, wovor Skeptiker sich fürchten.

Nicht ausdrücken: Bei diesem ölbasierten Teig bleibt die Flüssigkeit drin. Nur bei butterreichen Rezepten leicht auspressen.

Zucchini abwiegen: 300 Gramm sind auf 325 Gramm Mehl abgestimmt. Deutlich mehr Zucchini macht den Kuchen matschig statt saftig.

Ober- und Unterhitze bevorzugen: 180 °C. Bei Umluft auf 160 °C reduzieren, sonst wird der Rand dunkel, bevor die Mitte fest ist.

Kurz rühren: Sobald das Mehl eingearbeitet ist, aufhören. Längeres Rühren macht den Kuchen zäh.

Ab Minute 45 prüfen: Die Stäbchenprobe ist zuverlässiger als jede feste Zeitangabe.

Bei zu dunkler Oberfläche: Nach etwa 40 Minuten locker mit Alufolie abdecken und normal weiterbacken.

Vollständig auskühlen lassen: Mindestens eine Stunde, bevor glasiert oder angeschnitten wird.

Bei großen Zucchini: Das weiche, kernige Innere vorher herausschneiden.

Nicht in den Kühlschrank: Dort wird der Kuchen trocken und fest. Abgedeckt bei Raumtemperatur bleibt er saftig.

Variationen

Schoko-Zucchinikuchen: Etwa 25 g des Mehls durch Kakaopulver ersetzen und 100 g Schokodrops unterheben. Die beliebteste Variante, weil das Gemüse darin völlig unsichtbar wird.

Nuss-Zucchinikuchen: 100 g gemahlene Haselnuss oder Mandeln ergänzen und dafür 50 g Mehl weglassen. Kräftiger im Geschmack und noch saftiger.

Vom Blech für viele: Die Menge auf ein halbes Backblech geben und nur 30 bis 35 Minuten backen. Ergibt etwa 20 Stücke.

Mit Gewürzen: 1 TL Zimt und eine Prise Muskat machen aus dem Kuchen eine herbstliche Variante.

Vegan: Die drei Eier durch zwei reife, zerdrückte Bananen oder 3 EL Apfelmark ersetzen. Der Kuchen wird etwas kompakter.

Wozu passt Zucchinikuchen?

Als Kuchen zum Kaffee braucht er nichts weiter als den Zitronenguss. Eine Scheibe pro Person reicht, er ist gesättigter als ein leichter Rührkuchen.

Mit einem Klecks Schlagsahne oder Crème fraîche wird daraus ein Dessert.

Zu einem Sommerkuchenbuffet passt er gut neben frischen Beeren, deren Säure einen Kontrast zum süßen Guss setzt.

Wer noch mehr Süßes aus dem Ofen sucht, findet im Dutch Baby, dem fluffigen Ofenpfannkuchen, eine schnellere Alternative. Für den kleinen Hunger zwischendurch eignet sich der Protein Lava Cake.

Vorbereiten, aufbewahren und einfrieren

Vorbereiten: Der Teig sollte direkt nach dem Anrühren in den Ofen. Das Backpulver beginnt sofort zu arbeiten, und die Zucchini gibt weiter Wasser ab.

Aufbewahren: Abgedeckt bei Raumtemperatur bleibt der Kuchen etwa drei Tage saftig – deutlich länger als ein klassischer Rührkuchen.

Nicht in den Kühlschrank stellen. Dort trocknet er aus und wird fest.

Einfrieren: Funktioniert gut. Am besten in Scheiben portioniert und ungeglasiert einfrieren, bis etwa drei Monate.

Zum Auftauen die Scheiben bei Raumtemperatur stehen lassen. Der Guss wird erst danach aufgetragen.

Wieder auffrischen: Eine leicht trocken gewordene Scheibe schmeckt kurz getoastet oder mit etwas Butter wieder deutlich besser.

Zutatenwissen: Darauf kommt es an

Zucchini: Feste, mittelgroße Exemplare mit glatter Schale. Sehr große, überreife Zucchini haben ein wässriges, kerniges Inneres, das vorher entfernt werden sollte.

Die Schale: Sie wird mitgeraspelt und ist im fertigen Kuchen nur noch als feine grüne Sprenkel sichtbar. Schälen ist unnötige Arbeit.

Öl statt Butter: Neutrales Öl bleibt bei Raumtemperatur flüssig und hält den Kuchen dadurch tagelang weich. Butterkuchen wird beim Auskühlen fester.

Zitrone: Abrieb und Saft übernehmen zwei Aufgaben. Sie bringen Frische und überdecken zuverlässig jede verbleibende Gemüsenote.

Backpulver: Zwei gestrichene Teelöffel auf 325 g Mehl. Mehr macht den Kuchen nicht luftiger, sondern gibt ihm einen seifigen Beigeschmack.

Mehl Type 405: Das klassische Kuchenmehl. Vollkornmehl funktioniert ebenfalls, macht den Kuchen aber kompakter und erfordert etwas mehr Flüssigkeit.

Bittere Zucchini: In seltenen Fällen enthalten Zucchini erhöhte Mengen an Cucurbitacinen und schmecken deutlich bitter. Solche Zucchini sollten nicht verwendet werden. Im Zweifel vor dem Raspeln ein kleines Stück roh probieren.

Nährwerte pro Scheibe

Die Angaben sind Näherungswerte und beziehen sich auf eine von 14 Scheiben ohne Zuckerguss. Mit Guss kommen pro Scheibe etwa 35 kcal und 9 g Kohlenhydrate dazu.

Nährwert Menge
Kalorien ca. 300 kcal
Eiweiß ca. 5 g
Kohlenhydrate ca. 40 g
Fett ca. 12 g

Häufige Fragen

Muss man die Zucchini für Kuchen ausdrücken?

Das hängt vom Rezept ab. Bei ölbasierten Teigen wie diesem nicht, dort ist die Flüssigkeit eingeplant. Bei butterreichen Teigen mit zusätzlicher Milch sollte man sie leicht ausdrücken.

Schmeckt man die Zucchini im Kuchen?

Nein. Zucchini hat kaum Eigengeschmack und bringt vor allem Feuchtigkeit. Mit Zitrone oder Kakao ist sie geschmacklich nicht wahrnehmbar.

Muss man Zucchini für den Kuchen schälen?

Nein. Die Schale wird mitgeraspelt und ist im fertigen Kuchen nur als feine grüne Sprenkel zu sehen.

Wie fein muss die Zucchini geraspelt werden?

Fein, auf der mittleren bis feinen Seite der Reibe. Grobe Raspel bleiben als wässrige Gemüsestreifen im Kuchen erkennbar.

Bei wie viel Grad und wie lange backt man Zucchinikuchen?

In der Kastenform bei 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 50 bis 60 Minuten, auf dem Blech nur 30 bis 35 Minuten. Bei Umluft auf 160 °C reduzieren.

Warum ist mein Zucchinikuchen innen matschig?

Meist zu viel Zucchini im Verhältnis zum Mehl, eine zu kurze Backzeit oder Umluft bei 180 °C statt 160 °C. Die Stäbchenprobe ist zuverlässiger als die Uhr.

Kann man große, überreife Zucchini verwenden?

Ja, aber das weiche Kerngehäuse vorher herausschneiden. Es ist besonders wässrig und bringt kaum Substanz in den Teig.

Wie lange hält Zucchinikuchen?

Abgedeckt bei Raumtemperatur etwa drei Tage. Durch die Zucchinifeuchtigkeit bleibt er länger saftig als ein normaler Rührkuchen. Nicht in den Kühlschrank.

Kann man Zucchinikuchen einfrieren?

Ja, am besten in Scheiben portioniert und ungeglasiert, etwa drei Monate. Bei Raumtemperatur auftauen und erst danach glasieren.

Wie mache ich Schoko-Zucchinikuchen daraus?

Etwa 25 g des Mehls durch Kakaopulver ersetzen und 100 g Schokodrops unterheben. Der Zitronensaft entfällt dann.

Fazit

Zucchinikuchen ist die beste Antwort auf zu viele Zucchini: Das Gemüse verschwindet vollständig im Teig und hinterlässt nur einen ungewöhnlich saftigen Kuchen.

Die viel diskutierte Frage nach dem Ausdrücken hat eine einfache Antwort. Bei ölbasierten Teigen bleibt die Flüssigkeit drin, bei butterreichen wird sie leicht herausgedrückt.

Fein raspeln ist der zweite Schlüssel. Grobe Raspel bleiben als Gemüsestreifen sichtbar, feine verschwinden restlos.

Im Ofen zählt Geduld statt Hitze: 180 °C Ober- und Unterhitze, 50 bis 60 Minuten in der Kastenform, ab Minute 45 die Stäbchenprobe.

Nach einer Stunde Auskühlzeit hält der Zitronenguss, und der Kuchen lässt sich sauber in Scheiben schneiden.

Ob klassisch mit Zitrone, mit Kakao und Schokodrops oder mit Nüssen: Das Grundrezept bleibt gleich und hält drei Tage saftig.

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