Fluffiger Kaiserschmarrn mit Eischnee und Puderzucker in der Pfanne

Kaiserschmarrn mit Eischnee

Kaiserschmarrn mit Eischnee ist der Unterschied zwischen einem zerrissenen Pfannkuchen und dem, was man von der Hütte kennt: hoch aufgegangen, innen luftig, außen karamellisiert. Der geschlagene Eischnee liefert dabei den kompletten Auftrieb – ohne ihn bleibt der Teig flach.

Zwei Dinge entscheiden darüber, ob das gelingt. Erstens die Konsistenz des Eischnees: steif genug für den Überkopf-Test, aber noch glänzend. Zu lange geschlagener, trocken-flockiger Schnee bricht beim Unterheben zusammen.

Zweitens die Pfannenhitze. Wird sie zu hoch gewählt, gerinnt das Eiweiß, bevor sich überhaupt Dampf bilden kann. Genau deshalb landen so viele Versuche flach und zäh auf dem Teller – obwohl der Eischnee vorher perfekt war.

Kaiserschmarrn auf einen Blick

Vorbereitungszeit 20 Minuten
Garzeit 20 bis 25 Minuten
Ruhezeit Teig keine
Gesamtzeit ca. 45 Minuten
Portionen 4
Schwierigkeit Mittel
Küche Österreichisch
Kategorie Dessert

Zutaten

Für den Teig

  • 4 Eier, Größe M, getrennt
  • 300 ml Vollmilch
  • 125 g Weizenmehl Type 405
  • 40 g Zucker für den Grundteig
  • 20 g Zucker für den Eischnee
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 75 ml Mineralwasser mit Kohlensäure, optional

Zum Ausbacken und Karamellisieren

  • 40 g Butter
  • 2 EL Kristallzucker zum Karamellisieren
  • 40 g Rosinen, in 2 EL Rum oder Apfelsaft eingeweicht, optional
  • Puderzucker zum Bestäuben

Zum Servieren

  • Apfelmus oder Zwetschgenröster
Die Beilage entscheidet mit: Zum Kaiserschmarrn gehört Apfelmus oder Zwetschgenröster, und beides beginnt mit Obst, das entkernt und geschnitten wird. Auf einem Stirnholz-Schneidebrett liegen Äpfel und Zwetschgen stabil, und ein scharfes Küchenmesser trennt reife Zwetschgen am Stein entlang, ohne sie zu zerdrücken.
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Kaiserschmarrn Schritt für Schritt zubereiten

1. Rosinen einweichen und Ofen vorbereiten

Die Rosinen in Rum oder Apfelsaft einlegen und ziehen lassen, während der Teig entsteht.

Wer die sichere Ofen-Methode wählt, heizt den Backofen jetzt auf 180 °C Ober- und Unterhitze vor.

2. Eier trennen

Die Eier sauber trennen. Schon eine Spur Eigelb im Eiweiß verhindert, dass der Eischnee steif wird.

Jedes Ei einzeln über einer kleinen Schale trennen und das Eiweiß erst dann in die große Rührschüssel geben. So verdirbt ein geplatztes Eigelb nicht die ganze Menge.

Die Schüssel für das Eiweiß muss völlig fettfrei sein.

3. Grundteig anrühren

Eigelbe mit 40 g Zucker, Vanillezucker und der Prise Salz schaumig rühren.

Milch und Mehl abwechselnd unterrühren, bis ein glatter, klumpenfreier Teig entsteht.

Wer möchte, rührt zum Schluss das Mineralwasser unter. Die Kohlensäure gibt zusätzlichen Auftrieb.

4. Eischnee steif, aber glänzend schlagen

Das Eiweiß aufschlagen und dabei die 20 g Zucker einrieseln lassen, sobald es weiß und schaumig wird.

Weiterschlagen, bis der Schnee glänzende Spitzen zieht und beim Umdrehen der Schüssel haften bleibt.

Genau hier aufhören. Sieht der Schnee stumpf, flockig oder körnig aus, ist er überschlagen. Die Proteinstruktur ist dann gestört und bricht beim Unterheben zusammen.

5. Eischnee vorsichtig unterheben

Zuerst ein Drittel des Eischnees mit dem Teigschaber grob unter den Grundteig rühren. Das lockert ihn auf und macht ihn aufnahmefähiger.

Den restlichen Eischnee in zwei Portionen zugeben und mit wenigen großen Bewegungen von unten nach oben unterheben.

Niemals mit dem Schneebesen rühren. Ein einziges Mal zu energisch bewegt, und die eingeschlagene Luft ist wieder draußen.

Kleine Eischneeinseln im Teig sind kein Fehler, sondern erwünscht. Der Teig muss sofort in die Pfanne.

6. Bei moderater Hitze ausbacken

Die Hälfte der Butter in einer großen beschichteten Pfanne bei mittlerer bis niedriger Hitze schmelzen.

Den Teig einfüllen, etwa zwei Zentimeter hoch, und die eingeweichten Rosinen darauf verteilen.

Bei 32 Zentimetern Pfannendurchmesser reicht ein Durchgang für vier Portionen. Bei 26 bis 28 Zentimetern in zwei Durchgängen arbeiten, sonst gart die Mitte nicht durch.

Etwa fünf Minuten backen, bis die Unterseite goldbraun und der Rand fest ist. Die Hitze bewusst niedrig halten – zu hohe Temperatur lässt das Eiweiß gerinnen, bevor sich Dampf bilden kann.

7. Vierteln, wenden und fertig garen

Den Schmarrn mit einem Pfannenwender vierteln und die Stücke wenden. Die restliche Butter an den Rand geben.

Weitere drei bis vier Minuten backen, bis auch die zweite Seite goldbraun ist.

Bei dicker Teigschicht oder kleiner Pfanne ist die Ofen-Methode sicherer: die gewendeten Stücke zuckern und die Pfanne für 10 bis 15 Minuten bei 180 °C in den vorgeheizten Ofen schieben. So wird der Schmarrn außen nicht dunkel, bevor die Mitte gar ist.

8. In Stücke reißen und karamellisieren

Den Schmarrn mit zwei Gabeln oder zwei Pfannenwendern in mundgerechte Stücke reißen. Nicht schneiden – die unregelmäßigen Rissflanken nehmen Karamell und Puderzucker besser auf.

Für den Wirtshaus-Charakter den Kristallzucker in der Pfanne bräunen lassen, ein Stück frische Butter zugeben und die Schmarrn-Stücke darin ein bis zwei Minuten schwenken.

Sofort servieren, großzügig mit Puderzucker bestäuben und Apfelmus oder Zwetschgenröster dazu reichen.

Warum Reißen besser ist als Schneiden: Kaiserschmarrn wird traditionell gerissen, nicht geschnitten. Die rauen Bruchkanten nehmen Karamell und Puderzucker auf, glatte Schnittflächen nicht. Ein Messer braucht man hier also ausdrücklich nicht – zwei Gabeln oder Pfannenwender reichen völlig.

Warum macht Eischnee den Kaiserschmarrn fluffig?

Kaiserschmarrn enthält kein Backpulver und keine Hefe. Der gesamte Auftrieb kommt aus dem geschlagenen Eiweiß.

Beim Schlagen entfalten sich die Eiweißproteine und legen sich als stabile Hülle um winzige Luftblasen. Diese Blasen dehnen sich in der Pfanne durch die Hitze aus – der Schmarrn geht auf.

Genau deshalb ist die Konsistenz so wichtig. Zu weich geschlagener Eischnee trägt zu wenig Luft. Zu lange geschlagener ist das größere Problem: Die Proteine verkleben, der Schaum wird trocken und flockig und fällt beim Unterheben in sich zusammen. Steif, aber noch glänzend ist der richtige Punkt.

Ebenso entscheidend ist die Art des Unterhebens. Jede kräftige Rührbewegung zerstört die Blasen wieder. Ein Teigschaber und wenige große Bewegungen von unten nach oben erhalten die Struktur, ein Schneebesen zerstört sie in Sekunden.

Der dritte Faktor ist die Pfannenhitze, und sie wird am häufigsten unterschätzt. Eiweiß beginnt bei etwa 62 °C zu gerinnen. Ist die Pfanne zu heiß, ist der Teig fest, bevor die Luftblasen sich ausdehnen konnten. Das Ergebnis ist ein flacher, zäher Schmarrn – trotz perfektem Eischnee.

Deshalb auch: keine Ruhezeit. Klassische Pfannkuchenteige profitieren vom Quellen, ein Eischnee-Teig verliert dabei nur Volumen. Er muss sofort in die Pfanne.

Gelingtipps für fluffigen Kaiserschmarrn

Fettfreie Schüssel: Schon eine Spur Fett oder Eigelb verhindert, dass das Eiweiß steif wird.

Eier einzeln trennen: Über einer kleinen Schale, damit ein geplatztes Eigelb nicht die ganze Menge unbrauchbar macht.

Zucker erst spät einrieseln: Wenn das Eiweiß bereits weiß und schaumig ist. Zu früh zugegeben verzögert er das Steifwerden.

Nicht überschlagen: Glänzende Spitzen und Überkopf-Test. Stumpf und flockig heißt: zu weit.

Ein Drittel zuerst einrühren: Das lockert den schweren Grundteig und macht ihn aufnahmefähig für den Rest.

Teigschaber statt Schneebesen: Wenige große Bewegungen von unten nach oben.

Sofort in die Pfanne: Keine Ruhezeit. Jede Minute Wartezeit kostet Volumen.

Hitze niedrig halten: Mittlere bis niedrige Stufe. Lieber länger backen als zu heiß.

Pfannengröße beachten: 32 cm für vier Portionen. Kleinere Pfannen in zwei Durchgängen.

Bei dicker Schicht in den Ofen: 180 °C für 10 bis 15 Minuten verhindert außen dunkel und innen roh.

Reißen statt schneiden: Raue Bruchkanten nehmen Karamell und Puderzucker besser auf.

Variationen

Ohne Rosinen: Die häufigste Anpassung. Geschmacklich unkritisch, das Grundrezept bleibt unverändert.

Mit Mandelblättchen: Statt oder zusätzlich zu den Rosinen mitrösten. Bringt Biss und Nüssigkeit.

Mit Mineralwasser: 75 ml in den Grundteig geben. Die Kohlensäure ergänzt den Auftrieb des Eischnees.

Karamellisiert nach Wirtshausart: Kristallzucker separat in der Pfanne bräunen, Butter zugeben und die Stücke darin schwenken.

Mit Apfelspalten: Dünne Apfelscheiben in die Butter geben und den Teig darüber gießen – als Apfelschmarrn.

Mit Quark: 100 g Magerquark in den Grundteig geben. Der Schmarrn wird saftiger und etwas gesättigter.

Was passt zu Kaiserschmarrn?

Traditionell Apfelmus oder Zwetschgenröster. Beides bringt die Säure, die den süßen Schmarrn ausbalanciert.

Zwetschgenröster ist schnell gemacht: entsteinte, geviertelte Zwetschgen mit etwas Zucker, einer Zimtstange und einem Spritzer Zitrone 15 Minuten einkochen lassen.

Ebenso gut passen Preiselbeeren, Heidelbeerkompott oder ein schlichter Beerenspiegel.

Puderzucker gehört großzügig dazu, am besten direkt vor dem Servieren über den noch warmen Schmarrn gesiebt.

Kaiserschmarrn ist in Österreich ein vollwertiges Hauptgericht, keine Nachspeise. Vier Portionen aus dieser Menge sind entsprechend großzügig bemessen.

Wer weitere fluffige Rezepte aus der Pfanne oder dem Ofen sucht, findet im Dutch Baby, dem Ofenpfannkuchen ohne Wenden, die einfachere Variante. Als kühles Dessert danach passt Beeren-Eis ohne Eismaschine.

Vorbereiten, aufbewahren und einfrieren

Vorbereiten: Kaiserschmarrn lässt sich kaum vorbereiten. Der geschlagene Eischnee fällt innerhalb weniger Minuten zusammen, der fertige Teig muss sofort in die Pfanne.

Wer Zeit sparen will, bereitet nur den Grundteig aus Eigelb, Milch und Mehl vor und hebt den frisch geschlagenen Eischnee unmittelbar vor dem Ausbacken unter.

Aufbewahren: Reste halten sich abgedeckt ein bis zwei Tage im Kühlschrank. Sie verlieren dabei spürbar an Volumen und werden fester – das lässt sich nicht verhindern.

Aufwärmen: In der Pfanne mit etwas Butter kurz erhitzen. Die ursprüngliche Luftigkeit kehrt nicht zurück, der Geschmack bleibt aber gut.

Einfrieren: Nicht empfehlenswert. Die Eischnee-Struktur übersteht das Einfrieren nicht, das Ergebnis wird nach dem Auftauen zusammengefallen und feucht.

Kaiserschmarrn ist ein ausgesprochenes Frischgericht. Am besten in der Menge zubereiten, die auch gegessen wird.

Zutatenwissen: Darauf kommt es an

Eier: Zimmerwarme Eier lassen sich besser aufschlagen als kalte, weil das Eiweiß flüssiger ist und mehr Luft aufnimmt.

Butter: Echte Butter, keine Margarine. Sie sorgt für die goldbraune Farbe und das typische Aroma und ist beim Karamellisieren nicht ersetzbar.

Vollmilch: Der Fettanteil macht den Teig geschmeidiger. Fettarme Milch funktioniert, ergibt aber einen etwas trockeneren Schmarrn.

Mehl Type 405: Das feine Kuchenmehl hält den Teig zart. Type 550 macht ihn kompakter.

Zucker: Aufgeteilt auf Grundteig und Eischnee. Der Zucker im Eischnee stabilisiert die Schaumstruktur zusätzlich.

Rosinen: In Rum oder Saft eingeweicht bleiben sie saftig. Trocken zugegeben verbrennen sie in der Pfanne leicht.

Die Pfanne: Beschichtet oder gut eingebrannt und möglichst groß. Ein Durchmesser von 32 Zentimetern ist für vier Portionen ideal.

Nährwerte pro Portion

Die Angaben sind Näherungswerte und beziehen sich auf eine von vier Portionen mit Rosinen und Puderzucker, ohne Apfelmus oder Zwetschgenröster. Die Beilage schlägt mit etwa 60 bis 90 kcal zusätzlich zu Buche.

Nährwert Menge
Kalorien ca. 470 kcal
Eiweiß ca. 13 g
Kohlenhydrate ca. 55 g
Fett ca. 19 g

Häufige Fragen

Warum wird mein Kaiserschmarrn nicht fluffig?

Meist wurde der Eischnee zu grob untergehoben oder die Pfanne war zu heiß. Bei zu hoher Hitze gerinnt das Eiweiß, bevor die Luftblasen sich ausdehnen können.

Muss Eischnee in den Kaiserschmarrn?

Für die typisch luftige Konsistenz ja. Das Rezept enthält kein Backpulver, der gesamte Auftrieb kommt aus dem geschlagenen Eiweiß.

Wie steif muss der Eischnee sein?

Steif genug für den Überkopf-Test, aber noch glänzend. Sieht er stumpf und flockig aus, ist er überschlagen und bricht beim Unterheben zusammen.

Kaiserschmarrn in der Pfanne oder im Backofen?

Beides funktioniert. Die Pfanne ist schneller, der Ofen bei 180 °C ist sicherer, wenn die Teigschicht dick oder die Pfanne klein ist.

Muss der Kaiserschmarrn-Teig ruhen?

Nein. Bei Eischnee-Rezepten muss der Teig sofort in die Pfanne, sonst fällt der Schaum zusammen und der Schmarrn geht nicht auf.

Warum wird der Schmarrn gerissen und nicht geschnitten?

Die rauen Bruchkanten nehmen Karamell und Puderzucker deutlich besser auf als glatte Schnittflächen. Zwei Gabeln oder Pfannenwender reichen dafür.

Wie wird Kaiserschmarrn karamellisiert?

Kristallzucker in der leeren Pfanne bräunen lassen, frische Butter zugeben und die Schmarrn-Stücke ein bis zwei Minuten darin schwenken.

Welche Pfanne eignet sich für Kaiserschmarrn?

Eine beschichtete oder gut eingebrannte Pfanne mit etwa 32 Zentimetern Durchmesser für vier Portionen. Bei 26 bis 28 Zentimetern in zwei Durchgängen arbeiten.

Kaiserschmarrn mit oder ohne Rosinen?

Klassisch mit. Sie sollten in Rum oder Saft eingeweicht und erst beim Ausbacken zugegeben werden, damit sie nicht verbrennen. Ohne Rosinen bleibt das Rezept unverändert.

Kann man Kaiserschmarrn aufwärmen?

Ja, in der Pfanne mit etwas Butter. Die ursprüngliche Luftigkeit kehrt allerdings nicht zurück – Kaiserschmarrn ist ein Frischgericht.

Fazit

Kaiserschmarrn mit Eischnee steht und fällt mit zwei Handgriffen: dem richtigen Schlagpunkt und dem behutsamen Unterheben.

Der Eischnee soll glänzende Spitzen ziehen und den Überkopf-Test bestehen. Wird er stumpf und flockig, ist er überschlagen und trägt nicht mehr.

Untergehoben wird mit dem Teigschaber in wenigen großen Bewegungen, niemals mit dem Schneebesen. Ruhen darf der Teig nicht, er muss sofort in die Pfanne.

In der Pfanne zählt moderate Hitze. Zu heiß gerinnt das Eiweiß, bevor die Luft sich ausdehnen kann – das ist die häufigste Ursache für flachen Schmarrn.

Bei dicker Teigschicht oder kleiner Pfanne ist der Ofen bei 180 °C die sicherere Wahl.

Zum Schluss reißen statt schneiden, kurz im Karamell schwenken und mit Puderzucker und Zwetschgenröster servieren. Dann schmeckt er wie auf der Hütte.

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